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DV4mini Raspberry Pi Fernzugriff/Fernwartung

Wie baue ich das voll-digitalisierte Hamsterrad?

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DV4mini Raspberry Pi Fernzugriff/Fernwartung

Beitragvon Lostech » 19.04.2016, 10:35

Wer ein DV4mini an einem Raspberry betreibt, wird festgestellt haben, daß das oft unpraktisch ist, den Raspberry am TV Gerät oder mit einem eigenem Monitor zu betreiben, nur für temporär mal schnell einen Kanal o.ä. umzustellen.
Da das vorgefertigte DV4mini Image keinen Fernzugriff bzw. Fernwartung unterstützt muss man das manuell installieren. Die folgende Anleitung ist hierfür gedacht, man kann dies prinzipiell natürlich auch mit anderen Raspberry Pi Projekten so machen, wenn dies in anderen Images ebenfalls nicht bereits standardmäßig voreingestellt ist.

Prinzipiell kann man den Raspberry über Telnet solche Installationen durchführen lasssen, deswegen habe ich den Weg über Telnet gewählt. Prinzipiell lässt sich der X11 Fernzugriff auch über die lokale Konsole des DV4mini Raspberry Piinstallieren. Der Vorteil von Telnet ist allerdings, daß ich dafür nur einmal den Raspberry am TV/Monitor betreiben muss, aber danach nur der reguläre Telnet Zugang über Netzwerk ausreicht und man ggfs. auch jederzeit andere Pakete ohne Monitor installieren kann.

Da man für X11 und andere Zugrifftools etc. ein Passwort benötigt, lege ich das als erstes fest.
Hierfür öffne ich im Raspberry eine Konsole un vergebe für den aktuellen Nutzer (also den Standardnutzer des DV4mini Images) das Passwort "pi":
Code: Alles auswählen
sudo passwd pi

Man kann natürlich auch ein anderes (längeres) Passwort wählen, aber "pi" ist kurz und einprägsam und da der DV4mini ja nicht unbedingt als sicherheitskritisch einzustufen ist, sollte es ausreichen.

Um die eigentliche Telnet Installation vorzunehmen, bleibe ich in der Konsole und gebe folgende Zeilen ein:
Code: Alles auswählen
sudo apt-get upgrade
sudo apt-get update
sudo apt-get install telnetd

Die ersten 2 Zeilen updaten den Paketmanager und die Paketlisten und die dritte Zeile installiert dann den eigentlichen Telnet Server.

Nun kann man generell per Telnet auf den DV4mini Konsole zugreifen ohne, daß man den Monitor benötigt.
man kann hierfür den Windows Telnet-Client nehmen (muss jedoch ggfs. erst installiert werden, siehe "Windows Features aktivieren oder deaktivieren") oder man verwendet einen Telnet Client, wie z.B. KiTTY.

Der Telnet Zugriff auf den Raspberry erfolgt nun über die IP Adresse des (Standard Port 23), beispielsweise mit dem Windows Telnet-Client:
Code: Alles auswählen
telnet 192.168.xxx.xxx

In KiTTY oder anderen Telnet Programmen, gibt man die IP Adresse in der jeweiligen Konfigurationsseite an und drückt dann den Connect/Verbinden Button.

Die Installation des X11 VNC Servers kann nun über Telnet erfolgen oder man bleibt in der noch geöffneten Konsole. Die Befehle sind die gleichen.

Falls noch nicht bei der Telnet Installation geschehen oder wenn man zu einem späterem Zeitpunkt X11 nachinstalliert, sollte man erstmal den Paketmanager wieder aktualisieren:
Code: Alles auswählen
sudo apt-get upgrade
sudo apt-get update

Anschließend installiert man das X11VNC Paket:
Code: Alles auswählen
sudo apt-get install x11vnc


Für den VNC Zugriff muss nun zwingend das passwort noch für X11 gespeichert werden. Dies erfolgt durch:
Code: Alles auswählen
x11vnc -storepasswd


Damit der X11 Server auch nach jedem Neustart des Raspberry mitstartet, legt man Startverknüpfung an:

Im nicht sichtbaren Unterverzeichnis ".config" im $HOME Verzeichnis legt man einen Unterordner an:
Code: Alles auswählen
cd .config
mkdir autostart
cd autostart


Nun öffnet man einen Texteditor (hier Nano), um die Startverknüpfung zu erzeugen:
Code: Alles auswählen
nano x11vnc.desktop


Als Inhalt dieser Startverknüpfung fügt man folgende Zeilen ein:
Code: Alles auswählen
[Desktop Entry]
Encoding=UTF-8
Type=Application
Name=X11VNC
Comment=
Exec=x11vnc -alwaysshared -forever -usepw -display :0 -ultrafilexfer -loop
StartupNotify=false
Terminal=false
Hidden=false

Im Gegensatz zu diversen anderen X11 Anleitungen für den Raspberry verwende ich die zusätzliche Option "-alwaysshared" für X11, da ich festgestellt haben, daß mit dieser Option in der Praxis die VNC Wiederverbindung besser klappt. Außerdem nutze ich die Option "-loop", um x11vnc im Falle eines Crashs neu zu starten.
Eine detailierte Optionsauflistung für x11vnc findet ihr u.a. auf der x11vnc Homepage.

Die Datei muss nun noch gespeichert werden. Wenn ihr Nano als Texteditor genommen, habt drückt erst die Tastenkombination <Ctrl>+<x>, und beantwortet die Sicherheitsabfrage mit Y/J und bestätigt mit der Taste <Return>. Bei anderen Texteditoren kann dies eventuell abweichen.

Jetzt muss der DV4mini Raspberry Pi nur einmalig neu gestartet werden:
Code: Alles auswählen
sudo reboot


Anschließend ist der DV4mini Raspberry Pi ohne Monitor über VNC steuerbar. Hierzu könnt ihr UltraVNC, TightVNC oder ein anderes VNC kompatibels Fernwartungprogramm etc. nutzen. Für Android gibts es z.B. Splashtop oder auch Remote Ripple: Fast VNC Client.
Sollte man der Fernzugriff über Telnet oder VNC öfters nutzen, empfiehlt es sich auch, dem DV4mini Raspberry eine feste IP zu zuweisen. Je nach Router kann man den Raspberry Pi auch statt mit der IP Adresse mit dem lokalen Namen "dv4mini" im Netzwerk ansprechen.
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Re: DV4mini Fernzugriff/Fernwartung

Beitragvon Lostech » 19.04.2016, 10:40

Wollt ihr eine andere Auflösung für euren im VNC angezeigtem Desktop haben, müsst ihr das über die Config Datei des Raspberry PI einstellen. Öffnet auf der SD Karte die config.txt und tragt folgende Zeilen ein bzw. ändert die Zahlenwerte dieser "framebuffer" Zeilen, falls sie schon vorhanden sind. Das zum Beispiel ändert die Desktopauflösung auf 1280x720 Pixel (720p):
Code: Alles auswählen
framebuffer_width=1280
framebuffer_height=720
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Re: DV4mini Raspberry Pi Fernzugriff/Fernwartung

Beitragvon Lostech » 03.05.2016, 08:24

Sollte der Fernzugriff nach einiger Zeit über WLAN nicht mehr möglich sein, so hat das Energiemanagement des WLAN Stick diesen abgeschaltet bzw. den Energiesparmodus aktiviert. Dies kann man aber in den meisten Fällen (abhängig vom Stick/Treiber) verhindern.

Hierzu editiert man die Netzwerkkonfiguration:
Code: Alles auswählen
sudo nano /etc/network/interfaces

In diese Konfigurationsdatei fügt man folgende Zeile hinzu:
Code: Alles auswählen
wireless-power off

Beendet die Bearbeitung mit der Tastenkombination <Ctrl>+<x>, und speichert mit der Sicherheitsabfrage Y/J und der Taste <Return>.

Jetzt muss der Raspberry Pi nur noch einmalig neu gestartet werden:
sudo reboot


Anschließend sollte auch im Dauerbetrieb sich das WLAN nicht in den Energiesparmodus schalten und somit der Raspberry Pi von außen über das Netzwerk erreichbar bleiben.
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