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Raspberry Pi XBMC Teil 3: SSH und SFTP Zugriff auf OpenELEC

Wie baue ich das voll-digitalisierte Hamsterrad?

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Raspberry Pi XBMC Teil 3: SSH und SFTP Zugriff auf OpenELEC

Beitragvon Lostech » 09.08.2013, 10:58

Nachdem wir nun OpenELEC installiert haben, benötigen wir nun noch Zugriff auf das laufende System, sei es um Mediendateien mit auf die SD Karte zu laden oder um Änderungen im System vornehmen zu können.

Damit der Zugriff über Netzwerk erfolgen kann, muss der Raspberry Pi entspechend konfiguriert werden. Das LAN könnt ihr in XBMC per Menü konfigurieren. Es empfiehlt sich eine statische IP zu vergeben, damit man später den Raspberry Pi immer unter der gleichen IP Adresse findet. Generell gilt hier natürlich das Gleiche zu beachten, wie bei jedem anderem netzwerkfähigem Gerät, wie z.B. eine IP aus dem gleichen Subnetz zu verwenden.
Solltet ihr hingegen vom Router per DHCP vergebene dynamische IPs verwenden, könnt ihr euch in der XBMC Systeminfo die aktuelle IP rausschreiben.
Es ist auch möglich WLAN zu verwenden, aber das ist etwas aufwendiger als LAN.
Für WLAN bringt OpenELEC diverse Standardtreiber für USB Sticks mit, die auf Atheros und den meisten Ralink Chipsätzen basieren, sowie vereinzelt Realtek und Broadcom.
Genauere Infos und eine Kompatibilitätsliste findet ihr hier -> http://wiki.openelec.tv/index.php?title ... work_Cards
Es empfiehlt sich auch in diversen Raspberry Pi Foren zu stöbern, da hier oft von anderen User bestätigt wird, ob bestimmte USB WLAN Stick Modelle funktionieren oder halt auch nicht funktionieren. Da es preislich keine großen Unterschiede bei USB WLAN Sticks gibt sollte man im Zweifelsfall nur solche WLAN Sticks kaufen, die definitiv als unterstützt bestätigt sind.
Die Konfiguration von WLAN Sticks kann in XBMC im Menü "OpenELEC" -> "Netzwerk" erfolgen. Hier stellt man den Netzwerktyp von LAN auf WLAN um und konfiguriert die WLAN Zugangsdaten wie die SSID etc.

Ob der Netzwerkzugriff vom PC aus auf den Raspberry Pi nun funktioniert, kann man mit dem PING Befehl heraus finden. Unter Windows geht das z.B. so:
  • "START" (Startmenü) -> "Ausführen..." aufrufen
  • "cmd" bzw "cmd.exe" eingeben
  • In der Eingabeaufforderung, die nun erscheint "ping <IP>" eingeben, wobei "<IP>" für die IP Adresse eures Raspberry Pi steht, z.B. "ping 192.168.0.33"
Es sollte als Ergebnis
Code: Alles auswählen
"Pakete: Gesendet = 4, Empfangen = 4, Verloren = 0 (0% Verlust)"
erscheinen.
Wenn alle Pakete verloren gegangen sind, besteht keine Netzwerkverbindung von diesem Rechner aus auf den Rapsberry Pi!

Wenn nun die Netzwerkverbindung hergestellt ist, kann man auf verschiedene Arten auf den Raspberry Pi zugreifen:
  1. SSH: ermöglicht den Zugriff auf die Shell des Linux Systems
  2. SFTP: ermöglicht den Zugriff auf das Dateisystem des Raspberry Pi
Beide Verbindungsarten können auch gleichzeitig parallel am Raspberry Pi betrieben werden.

1. SSH
Der SSH Zugriff ermöglicht den Zugriff über das Netzwerk auf die System Shell, also quasi eine Remote Linux Konsole. Dies ist für diejenigen interessant, die experimentieren möchten und Systembefehle oder Fernwartung durchführen wollen. Um über das SSH Protokoll Zugriff zu erhalten, benötigt ihr einen SSH fähigen Client. Die meisten Tutorials empfehlen hierfür das reguläre PuTTY Programm. Es gibt allerdings eine verbesserte Variante KiTTY, das PuTTY mit nützlichen Zusatzfunktionen ausgestattet hat, so ist es z.B. möglich einen Standardbenutzerlogin für SSH zu hinterlegen, damit man die Zugangsdaten nicht wie bei PuTTY nach jedem Reboot vom Raspberry Pi per Hand neu eingeben muss.
In KiTTY bzw. PuTTY konfiguriert mit der IP Adresse des Raspberry PI sowie in KiTTY zusätzlich noch mit den Zugangsdaten:
  • Benutzer "root"
  • Passwort "openelec"
Nun öffnet eine Verbindung zum Raspberry Pi. Wenn in Kitty die Zugangsdaten korrekt eingegeben wurden, werdet ihr automatisch eingeloggt, bei Putty wird zusätzlich eine Login Aufforderung erscheinen, in der ihr die obigen Zugangsdaten eingeben müsst.
In der SSH Shell habt ihr nun vollen Zugriff auf das OpenELEC zugrunde liegende Linux System und auch BASH Befehle bzw. BASH Skripte werden unterstützt.
Im Gegensatz zu anderen Raspberry Pi Distributionen ist der "Super User" deaktiviert, d.h. ihr habt vollen Zugriff auf alles, ohne vorher per "sudo" Befehl euch erst die Berechtigung dafür von System einholen zu müssen.
Ein wichtiger Befehl ist übrigens "reboot", der es ermöglicht den Raspberry Pi komplett neu zu starten ohne die Spannungsversorgung abziehen und neu stecken zu müssen

2. SFTP
Der SFTP Zugriff ermöglicht den Zugriff über das Netzwerk auf das Raspberry Pi Dateisystem, um Dateien auf oder vom Raspberry Pi runter zu kopieren, löschen etc. Im Gegensatz zu SSH könnt ihr nicht auf die Shell zugreifen, um z.B. Systembefehle auszuführen. Einen kostenlosen SFTP Client gibts z.B. von FilleZilla. In FileZilla konfiguriert ihr die IP Adresse des Raspberry Pi mit Port 22 und folgenden Zugangsdaten:
  • Benutzer "root"
  • Passwort "openelec"
Nach erfolgreicher Verbindung habt ihr nun Zugriff auf das Raspberry Dateisystem. Es gibt nun allerdings folgendes noch zu beachten:
  • Alle Dateien im Raspberry können zwar gelesen bzw. rauskopiert werden, aber nicht alle Dateien bzw. Ordner können gelöscht oder überschrieben werden. Dies hängt damit zusammen, das Teile des Raspberry Pi Dateisystems nur als Read-Only Dateisystem ausgeführt sind. Einige (aber nicht alle) Ordner lassen sich jedoch über SSH per mount Befehl als schreibbares Dateisystem einhängen.
  • Kopiert ihr ausführbare Dateien oder BASH Skripte auf den Raspberry Pi, müsst ihr noch wie bei anderen Linux Systemen die Dateirechte anpassen, um diese Dateien auch für das System ausführbar zu machen. Dies könnt ihr über FileZilla in den Dateieigenschaften der kopierten Dateien erledigen oder auch über eine SSH Verbindung und dem entspechendem "chmod" Befehl (Beispiel: "chmod 755 <DATEI>")
Lostech

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